Fulda: Treffen im Bischofshaus zum Austausch über Johannes-Dyba-Allee

Mitteilung des Bistums Fulda

Auf Einladung von Bischof Dr. Michael Gerber hat am Mittwochabend ein Austausch zwischen Vertretern des Bistums Fulda und Mitgliedern des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses der Stadt Fulda im Bischofshaus stattgefunden.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand der Umgang mit dem Thema der Straßenumbenennungen und der Entwicklung einer Erinnerungskultur. Hintergrund war der Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Fulda.

An dem Treffen nahmen neben den Ausschussmitgliedern unter Leitung des Vorsitzenden Hans-Dieter Alt auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie die Vorsitzenden des Ausschusses Bauwesen und des Kulturausschusses teil.

Ebenfalls anwesend war Gerhard Möller, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Fulda und Sprecher der Unabhängigen Kommission, die den Bericht zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Fulda erarbeitet hatte.

Transparenz und Dialogbereitschaft

Beide Seiten beschrieben den Austausch als vertrauensvoll, respektvoll und getragen von dem Anliegen, sich der historischen Verantwortung differenziert und verantwortungsbewusst zu stellen.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses Hans-Dieter Alt betonten die Bedeutung des Austauschs zwischen Stadt und Bistum: „Wir begrüßen es sehr, dass dieses Gespräch auf Einladung des Bischofs heute stattfinden kann.

Das Bistum hat im vergangenen Jahr den Bericht der Aufarbeitungskommission mit hoher Transparenz vorgestellt – das verdient unseren Respekt.

Nun gilt es, im Dialog mit den städtischen Gremien und dem Bistum zu erarbeiten, wie angemessene und würdige Formen der Erinnerungskultur entwickelt werden können.“

Verantwortung wahrnehmen

Bischof Dr. Michael Gerber unterstrich, dass sich das Bistum seiner Verantwortung bewusst stelle und einen offenen und differenzierten Umgang mit der eigenen Geschichte als wesentlichen Auftrag verstehe.

„Wir wollen unsere Geschichte nicht schönfärben, wir wollen sie auch nicht umschreiben, denn Bischof Dyba ist und bleibt Teil der Kirchen- und der Stadtgeschichte“, sagte Gerber.

Zugleich hob er die Bedeutung des Dialogs mit der kommunalen Politik als wichtigem Partner des Bistums hervor: „Wir stellen uns unserer Verantwortung, den guten wie den schlechten Seiten in den Jahrtausenden der Existenz unserer Kirche. Wir haben dabei unsere Rolle wahrzunehmen und ihr gerecht zu werden.“

Der Bischof betonte auch, dass das Bistum weiterhin den Prozess der Meinungsbildung konstruktiv begleiten wolle. Die Entscheidung zur Johannes-Dyba-Allee liege dabei aber letztlich allein bei den kommunalen Gremien.

Die offene und konstruktive Gesprächsatmosphäre wurde von allen Beteiligten als wichtige Grundlage für den weiteren Umgang mit dem Thema hervorgehoben.